Urbanes Leben mit ländlichen Qualitäten

Wohnwelten für unterschiedlichste Bedürfnisse

Mit der gewählten Kombinatorik aus dem Studienauftrag gelangt eine prägnante Siedlungstypologie in die Projekterarbeitung. Sie verbindet sowohl die städtischen als auch die ländlichen Eigenheiten Witikons und zeichnet sich aus durch eine identitätsstiftende Struktur und Gliederung der mehrgeschossigen Baukörper. Sie bilden mit ihren unterschiedlichen Winkeln durchlässige Raumklammern mit grosszügigen Frei- und Aussenräumen sowie einer öffentlichen Durchwegung für eine optimale Quartieranbindung des Fuss- und Veloverkehrs.

Dank unterschiedlicher Architektursprachen werden sich die einzelnen Wohnbauten in ihrer Ausgestaltung dereinst unterscheiden. Dafür untersuchten die Planerteams bereits im Studienauftrag verschiedene Wohnwelten vom klassischen Wohnen über grosszügigeres und kompaktes Wohnen bis hin zu Wohnen im Alter. Die so entstandene Grundrissvielfalt bildet eine wichtige Basis für das nun zu erarbeitende Bauprojekt. Neben Familien wird es eine breite Bewohnerschaft über alle Generationen, Haushaltsgrössen und Lebensabschnitte ansprechen.

Die gefundenen Lösungen werden eine gute Nachbarschaftlichkeit ermöglichen. Dafür sorgen u. a. öffentliche und halböffentliche Begegnungs- und Möglichkeitsräume. Geplant ist zudem ein städtischer Kindergarten mit Hort.

Im Sinne eines Pilotprojekts ökologisches Bauen für die Arealeigentümerin werden an einem Gebäude innovative Nachhaltigkeitskonzepte und -ideen geprüft und realisiert.

Wechselspiel von Lebendigkeit und Ruhe

Verbindendes Freiraumkonzept als Einladung

Zweistufiger Studienauftrag

In einer ersten Stufe erarbeiteten neun eingeladene Planerteams städtebauliche Konzepte für das Gesamtareal. Auf Basis einer Überarbeitungsphase mit zwei Teams entstand das Richtkonzept Harsplen als Grundlage für die zweite Stufe.

In der zweiten Stufe entwickelten fünf ausgewählte Teams ihre Konzepte weiter zu konkreten Projektvorschlägen. Im Fokus stand die Konkretisierung der Wohnbauaspekte.

Zur Ausarbeitung des konkreten Bauprojekts empfahl das Beurteilungsgremium eine Kombination der Beiträge von Armon Semadeni Architekten, Galli Rudolf Architekten und BDE Architekten. Eingebettet werden ihre Bauten in das Freiraumkonzept von Krebs und Herde Landschaftsarchitekten.

Factsheet | Beteiligte 

Die geplanten Platz- und Hofsituationen bieten dank unterschiedlicher Wohn- und Pflanzenwelten ein Wechselspiel von Aufenthaltsqualitäten. Es entstehen verschiedenste Begegnungs- und Spielorte, aber auch ruhigere, halböffentliche und private Rückzugsorte.

Während der Quartierplatz an der Katzenschwanzstrasse vor allem Bedürfnissen an die Arealversorgung gerecht werden wird, gehört der anschliessende Gartenhof mehrheitlich der Natur. Der Siedlungshof wiederum wird zum lebendigen Zentrum des Areals, wo Spiel, Spass und entspannte Gespräche gleichermassen stattfinden können. Die Anbindung an die höher gelegene Witikonerstrasse gelingt über eine terrassierte Platz- und Weganlage sowie den einladenden Pocket-Square. Ökologische und stadtklimatische Aspekte werden in sämtlichen Bereichen grossgeschrieben. Dazu gehören neben einer hohen Biodiversität beispielsweise Versickerungs- und Auffangmöglichkeiten für Regenwasser.

Die umgebenden, landschaftlichen Freiräume zeichnen sich ebenfalls durch unterschiedliche Charaktere aus. Mit der hangseitigen, extensiven Obstwiese entsteht ein naturnaher Aussenraum für den geplanten Kindergarten (vorgesehen in Gebäude D). Eine grosszügige Allmendwiese bestimmt den Waldrandpark im fliessenden Übergang zum Hauhölzli. In der angrenzende Erholungszone könnte eine kleine Sport-, Spiel- oder Freizeitanlage Platz finden. Ihre Ausgestaltung erfolgt unter Einbezug von Ideen aus dem Quartier.

Die Klärung der optimalen Arealerschliessung für den motorisierten Individualverkehr erfolgt im Rahmen der Projekterarbeitung.

Wie geht es weiter?

Erarbeitung eines
konkreten Bauprojekts

Timing

Ideensammlung Erholungszone:
bis Ende Januar 2022

Ausarbeitung konkretes Bauprojekt, Baueingabe:
ca. Herbst 2022

Baubeginn:
frühestens 2023

Die Ergebnisse des Studienauftrags werden gegenwärtig konsolidiert und offene Fragen weiterbearbeitet. Im Anschluss erarbeiten die Architekten unter Einbezug der städtischen und kantonalen Ämter ein konkretes Bauprojekt. Dies geschieht in enger Begleitung durch die Eigentümer- und Bauherrenvertretung. Das heisst u.a.:

  • Genaue Definition Architektur und Wohnungsgrundrisse
  • Bestimmung Gebäude für Pilotprojekt ökologisches Bauen
  • Verortung und Ausarbeitung Begegnungs- und Möglichkeitsräume
  • Präzisierung Arealerschliessung motorisierter Individualverkehr
  • Detaillierte Planung Freiraum unter Einbezug Erholungszone E1

   

Projektbeteiligte

Arealeigentümerin und Bauherrin: Swisscanto Anlagestiftung, Zürich

Die Swisscanto Anlagestiftung verfolgt eine nachhaltige, ökologische und sozial verantwortliche Anlagetätigkeit. Sie wurde 1973 gegründet und verwaltet Vermögen, die ihr von schweizerischen Pensionskassen und Vorsorgeeinrichtungen anvertraut werden.

Eigentümervertretung: Swisscanto Invest by Zürcher Kantonalbank, Zürich

Bauherrenvertretung: Imooo AG, Zürich

Architekten: Armon Semadeni Architekten, Zürich, BDE Architekten, Winterthur und Galli Rudolf Architekten, Zürich

Landschaftsplaner: Krebs und Herde Landschaftsarchitekten, Winterthur